Bildungsforscher Jürgen Baumert zur Lehrerbildung (2)

Spiegel, 14.6.2010:  Eine Strukturreform allein verkennt, dass die wachsenden Leistungsunterschiede zwischen den weiterführenden ‘Schulformen auch durch die unterschiedliche Qualifikation der Lehrkräfte verursacht werden … Für die Verbesserung der Chancengerechtigkeit in der Sekundarstufe wäre eine Reform der zweigeteilten Lehrerausbildung die wichtigere Maßnahme.

Bildungsforscher Jürgen Baumert im Spiegel-Interview (1)

Spiegel, 14.6.2010: Unser großes Problem besteht darin,  dass etwa 20 Prozent eines Jahrganges das Mindestziel verfehlen: Sie verlassen die Schule ohne eine Basisausstattung für einen zukunftsfähigen Beruf. … Die Folgeprobleme sind prognostizierbar: fehlende oder abgebrochene Berufsausbildung, instabile Beschäftigungsverhältisse, instabile soziale Beziehungen, mangelnde Fürsorge auch für sich selbst, das heißt – höheres Krankheitsrisiko.

Was Wissenschaftsministerin Karl wirklich sagen wollte!

 Helmut Seel setzt sich auf der website www.bpag.at mit den Vorschlägen des ÖAAB und der Wissenschaftsministerin auseinander: Die Absichtserklärung der Wissenschaftsministerin Dr. Karl ist verständlich, ist sie doch ein Beispiel dafür, dass die Hauptschule in Österreich ihre Gesamtschulfunktion zumindest im ländlichen Raum tatsächlich erfüllen kann. Sie selbst hat die leistungsdifferenzierte Hauptschule besucht und die damit verbundenen Durchlässigkeit im Bildungssystem genützt. Diese Hauptschule ersetzt tatsächlich die Funktion des Gymnasiums und könnte daher diesen Namen erhalten. Die Freude der Unterrichtsministerin Dr. Schmied über den Vorschlag der Wissenschaftsministerin sollte aber beachten, dass die Wissenschaftsministerin in ihrem allgemeinen Gymnasium an Maßnahmen der organisatorischen Leistungsdifferenzierung der Hauptschule denkt, die im Schulversuch der „Neuen Mittelschule” abgeschafft werden.

Bologna – Kritik geht weiter!

Zwei prominente Experten kritisieren Bachelor/Master – Studierendenforscher Tino Bargel: “Den Studierenden wird vorenthalten, was sie begeistern oder motivieren könnte” – Professorenschelte von Klaus Landfried: “Selbstreferenzielle Arroganz steuerfinanzierter universitärer Obergurus”

Wende in der Frage Gesamtschule?

Die Diskussion um eine Gesamtschule läuft in Österreich bereits seit 90 (!!!) Jahren, seit der Hauptschulreform 1927. Bahnt sich jetzt eine Wende in der Haltung wichtiger Teilorganisationen der ÖVP an? “Die Presse” berichtet: “76 Prozent stimmten in den Vorwochen bei einer Onlineumfrage des ÖVP-Wirtschaftsbundes (WB) für eine Gesamtschule. Genauer: für eine „neue gemeinsame Schule, die auf individuelle Talentförderung und stärkere Leistungsorientierung setzt“. Die für den Herbst 2010 angekündigte Festlegung von Zukunftsperspektiven der ÖVP verspricht spannend zu werden.  Weitere Meinungsäußerungen zu diesem Thema finden Sie unter www.bpag.at

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